Fairer Handel - Zucker
Zucker aus Malawi

Fairer Handel mit ZuckerF√ľr viele Produkte wie Bonbons, Kekse oder Eiscreme ist Zucker ein wichtiger Bestandteil. Im Jahr 2007 lag der Pro-Kopf-Verbrauch der Deutschen bei 37,4 kg. Wie bei vielen anderen Produkten, unterliegt auch der Weltmarktpreis f√ľr Zucker extremen Schwankungen. Leidtragende sind insbesondere die ProduzentInnen aus Afrika, Asien und Lateinamerika, als schw√§chstes Glied in der Handelskette. Hinzu kommt, dass die Zuckerrohrbauern mit den subventionierten Zuckerexporten der Industriel√§nder konkurrieren m√ľssen. W√§hrend Europa einst als gr√∂√üter Importeur von Zucker galt, hat es sich mit der Zuckerr√ľbe zu einem der gr√∂√üten Produzenten und Exporteure entwickelt. Hinzu kommen √úberproduktion, EU-Protektionismus und die Konkurrenz durch synthetische S√ľ√üstoffe. Als schw√§chstes Glied der Kette, zahlen die Zuckerarbeiter aus der klassischen Anbaul√§ndern den Preis f√ľr diese Entwicklung.

Beim Fairen Handel stammt der Zucker aus Entwicklungsländern, insbesondere aus Costa Rica, Peru, Paraguay und von den Philippinen. In Afrika wird Zucker in Malawi angebaut.
Neben der Abhängigkeit vom Zuckerexport, haben die Kleinbauernfamilien in den Produzentenländern auch mit dem Weltmarkt und mit Großgrundbesitzern und gewaltigen Konzernen in den eigenen Ländern zu kämpfen. Durch den Fairen Handel werden Direkteinkäufe bei den Genossenschaften und langfristige Handelsbeziehungen garantiert.

Weitere Informationen zum Thema fair gehandelter Zucker finden Sie hier.

Ein √§u√üerst positives Beispiel f√ľr den Fairen Handel mit Zucker ist die Zucker-Kooperative Kasinthula  in Malawi. Die Kooperative wurde 1996 von der Regierung ins Leben gerufen, um die Lebenssituation der Bev√∂lkerung zu verbessern - die Einwohner des Landes geh√∂ren zu den √§rmsten Menschen im S√ľden Afrikas.
Die Kleinbäuerinnen und -bauern von Kasinthula leben im tief liegenden Chikwawa-Gebiet, welches die niedrigsten Niederschlagsmengen im gesamten Land verzeichnet. Während es in den lagen Trockenperioden zu Hungersnöten kommt, ist die Region in der Regenzeit extrem Hochwasser gefährdet.
F√ľr √ľber 85% der malawischen Bev√∂lkerung stellen Einkommen aus der Landwirtschaft die Lebensgrundlage dar. Hinter Tabak und Tee gilt der Rohrzucker als drittwichtigstes Exportprodukt dieser Region. Allerdings wurden die Entwicklungen im Zuckersektor durch zu hohe Investitionskosten, fehlende Infrastruktur und Technologie sowie inad√§quate Gesundheitsversorgung der ArbeiterInnen stark beeintr√§chtigt.
Durch die Kooperative Kasinthula konnte nicht nur die Notlage der Armen und weitestgehend analphabetischen Bäuerinnen und Bauern gelindert werden, heute wird die Kooperative sogar von den Kleinbäuerinnen und -bauern selbst gemanagt.
Im Jahr 2002 wurde die Zuckerkooperative von der FLO zertifiziert und liefert seitdem fair gehandelten Rohrzucker nach Europa und die USA.
Durch die Fairtrade-Prämie konnte in viele erfolgreiche Projekte investiert werden. Hierbei ging es insbesondere um einen verbesserten Zugang zu sauberem Trinkwasser und Elektrizität, um Verbesserungen der Gesundheitsvorsorge und der Bildung sowie um Qualitätsverbesserungen der Ernte.

Exford Dimo, Kasinthula Zuckerrohrbauer, meint dazu: ‚Äě"Die Pr√§mien aus Fairtrade-Verk√§ufen haben unser Einkommen und unseren sozialen Status erh√∂ht. Teile der Gelder werden ins Auspfl√ľgen und Wiederbepflanzen investiert, wodurch wir unser Unternehmen nachhaltig f√ľhren k√∂nnen."

Fotonachweis: TransFair / Christian Nusch
 

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