Filmtipps


EZEF, das Evangelische Zentrum für entwicklungsbezogene Filmarbeit, bietet zahlreiche Informationen über „Afrika auf der Leinwand" und den Verleih und Verkauf afrikanischer Filme.

Auf der Internetseite www.filme-aus-afrika.de von FilmInitiativ Köln e.V. findet sich eine umfassende Datenbank mit Hintergrundinformationen zu afrikanischen Filmen und RegisseurInnen, außerdem praktische Tipps für Einsatzmöglichkeiten und thematische Filmreihen, Links zu Afrika Film Festivals und Verleihern aus aller Welt, u.v.m.


ÄTHIOPIEN

geh-und-lebe-filmGeh und lebe
Regie: Radu Mihaileanu
2005
135 Min.
FSK 12

Eine Mutter trennt sich in einem Flüchtlingslager von ihrem Kind, um sein Überleben zu sichern: als äthiopische Christin gibt sie ihren neunjährigen Sohn als Juden aus und schickt ihn nach Israel. Eine Rettungsaktion jüdischer Äthiopier soll auch ihn vor dem sicheren Hungertod bewahren. In Tel Aviv muss er seine Wurzeln verleugnen und eine neue Identität annehmen. Zukünftig heißt er Salomon, Schlomo genannt. In der fremden Umgebung ist der Junge zunächst sehr einsam. Eine jüdische Familie adoptiert ihn und bemüht sich um sein Vertrauen. Schließlich lässt er sich auf die Menschen in seiner Umgebung ein, sein Geheimnis behält er jedoch für sich. Er wächst auf mit der Angst, das Land verlassen zu müssen, wenn jemand erfährt, dass er kein Jude ist. Immer wieder schreibt er seiner Mutter. Die Last seines Geheimnisses begleitet ihn durch sein Leben- bis ins Erwachsenenalter. Eines Tages wird er sein Schweigen brechen müssen, denn nicht einmal seine eigene Frau ahnt, wer er wirklich ist.


TEZA - Morgentau
Regie: Haile Gerima
2008
137 Min.
FSK 16

„Teza – Morgentau" erzählt die Geschichte des jungen Äthiopiers Anberber, der in den 1980er Jahren nach seinem Medizinstudium in Westdeutschland voller Elan in die Hauptstadt Addis Abeba zurückkehrt. Seinen Traum, das Gelernte in Äthiopien anzuwenden, sieht er jedoch durch das repressive marxistische Regime von Mengistu Haile Mariam Mengistus in Frage gestellt, dem er kritisch gegenüber steht. Als er Zeuge eines Mordes wird, schicken ihn die Machthaber nach Ostdeutschland, wo er Opfer eines rassistischen Überfalls wird. Nun, als 60-jähriger, nach dem Fall des Mengistu-Regimes kehrt Anberber erneut nach Äthiopien zurück. Eine Geschichte über Hoffnung und Desillusionierung, über Fremdheit und Vaterland. Ausgezeichnet in Venedig und als bester afrikanischer Film geehrt in Ouagadougou.

http://www.tezathemovie.com/



BURKINA FASO

buud_yamBuud Yam
Regie: Gaston Kaboré
1996
97 Min.
FSK 10

Buud Yam bedeutet auf Mooré „das Erbe“ – im spirituellen wie im moralischen Sinn. Der Film spielt zu Beginn des 19. Jahrhunderts und erzählt die Geschichte des jungen Mannes Wênd Kûuni. Auf der Suche nach dem einzigen Heiler, der seiner Schwester Pugheere helfen kann, begibt er sich auf eine lange, abenteuerliche und gefährliche Reise. Die Reise zu dem Heiler wird für Wênd Kûuni zu einer Suche nach der eigenen Identität.
Ausleihe über: EZEF (www.ezef.de)
Von der Bundeszentrale für politische Bildung gibt es ein Filmheft mit Infomaterialien zum Film. 


siaSia - le rêve de python
Regie: Dani Kouyaté
2001
96 Min.

In der afrikanischen Stadt Koumbi herrschen Armut und Elend. Die Priester des Kaisers beschließen, ein altes Opferritual wiederzubeleben. Um den Python-Gott milde zu stimmen und den Reichtum zurückzubringen, soll Sia, die Tochter einer adligen Familie, geopfert werden. Sie flieht und findet Zuflucht bei einem verrückten Propheten. Gemeinsam versuchen ihr Verlobter und sein Onkel, der auch General des Königs ist, den Python-Gott zu bekämpfen.
Die politische Parabel zum Thema Machtmissbrauch greift eine uralte Legende auf, die auch auf die heutige Zeit angewendet werden kann.



GABUN

doleDôlè – Das Lottospiel
Regie: Imunga Ivanga
2000
92 Min.
FSK ohne Angabe

Mougler und seine Freunde sind Straßenjungen in Libreville. Ihre Delikte sind größtenteils naiv, manchmal sogar lustig. Um das Geld für die Medikamente seiner kranken Mutter zu beschaffen, plant Mougler, mit seinen Freunden den Kiosk des neuen Lottospiels »Dôlè« auszurauben, das die ganze Stadt wie im Fieber erfasst. Aber der Kiosk wird von einem bewaffneten Mann bewacht, der in die liebenswürdige Ladeninhaberin verliebt ist.
»Dôlè« des Regisseurs Imunga Ivanga wurde als erster Film seit 1978 in Gabun gedreht und beschreibt die städtische Jugend in ihrem Alltag. Der Film wurde größtenteils mit Laienschauspielern realisiert. Die jungen Darsteller von Mougler und seiner Bande sind junge Schüler aus Libreville, die hier auch ihre eigenen Lebenserfahrungen verarbeiten.
Der Film eignet sich besonders gut als Einstiegs- und Anknüpfpunkt für Schüler, um sich mit dem Kontinent Afrika und seinen Problemen zu beschäftigen. Die Unterrichtmaterialien zum Film helfen dabei, die Seherfahrungen zu vertiefen und dabei kulturelle Begegnungsmöglichkeiten zu verdeutlichen. http://www.trigon-film.org/schule/Dossier_Dole.pdf



GHANA

sankofaSankofa
Regie: Haile Gerima
1993
125 Min.
FSK 16

Mona, ein junges schwarzes Model, weiß sich zu vermarkten. An der ghanaischen Küste posiert die dunkle Schönheit mit der blonden Perücke am Strand genau vor jener Festung, wo bis ins 19. Jahrhundert hinein Tausende von afrikanischen Sklaven gefoltert, vergewaltigt und verschleppt wurden. Sankofa, ein afrikanischer Trommler, singt dort die ewige Totenklage. Mona gerät in seinen Bann. Als sie zögerlich die Kellerverliese der alten Festung betritt, werden die Geister die Sankofa beschworen hat wieder zum Leben erweckt. Mona gerät in den Strudel der Geschichte ihrer Mütter und Väter und wird als Shola auf einer Zuckerrohrplantage in Jamaika wieder lebendig.
Ausleihe: EZEF (www.ezef.de)
Von der Bundeszentrale für politische Bildung gibt es ein Filmheft mit Infomaterialien zum Film.


kukurantumiKukurantumi – Road to Accra
Regie: King Ampaw
1983
90 Min.
FSK 12

In dem ghanaischen Dorf Kukurantumi arbeitet Addey als Fahrer eines Lorrys, einem mit einfachen Holzbänken zum Bus umgebauten LKW, mit dem er tägliche Menschen zwischen dem Dorf und der Hauptstadt Accra transportiert. Als bei einer dieser Fahrten die Bremsen versagen, landet er mit seinem Lorry im Straßengraben und ist seinen Job los. Also versucht er sein Glück in Accra. Er hat sich Geld geliehen und will sich dort mit einem eigenen Lorry selbstständig machen. Doch als er seine Tochter Abena mit seinem Gläubiger verheiraten möchte, werden die Dinge kompliziert. Denn diese liebt Bob, einen armen Palmweinzapfer und flieht mit ihm.
Der Film zeigt das bunte Treiben und die Vielfalt des ghanaischen Dorfes, verweist jedoch anhand Addeys Konfliktes zugleich auf die Widersprüche zwischen traditioneller Lebensform und dem profitorientierten Denken der Hauptstadt. Ausleihe: EZEF (www.ezef.de)



KAMERUN

ferien_in_der_heimatFerien in der Heimat
Regie: Jean-Marie Téno
2000
75 Min.
FSK 16

Der Dokumentarfilm des kongolesischen und in Frankreich lebenden Filmemachers Jean-Marie Téno ist ein essayistischer Reisebericht und zugleich eine persönliche, ironisch-traurige Reflexion über den afrikanischen Entwicklungsbegriff. In "Vacances au pays- Ferien in der Heimat" steht der abstrakte Begriff der Modernität in Kamerun und Afrika allgemein im Visier seiner Kritik.



KENIA

Der älteste Schüler der Welt
Regie: Justin Chadwick
2010
95 Min.
FSK 6

„Der älteste Schüler der Welt“ basiert auf einer wahren Begebenheit und erzählt die Geschichte des Kenianers Maruge. Als die kenianische Regierung im Jahr 2003 beschließt, die Schulgebühren abzuschaffen und Bildung frei für alle zugängig zu machen, beschließt er im Alter von 84 Jahren endlich eine Schule zu besuchen. So sitzt der Analphabet und ehemalige Widerstandskämpfer gegen die britischen Kolonialmächte in einem überfüllten Klassenraum mit einem Haufen Grundschulkindern. Wie zu erwarten sorgt der Fall für Aufsehen: während die Medien Maruge zum Beispiel der freien Bildung stilisieren, empören sich die Eltern und andere, dass ein Greis den Schulplatz für Kinder blockiert.


der_ewige_gaertnerDer Ewige Gärtner
Regie: Fernando Meirelles
2005
129 Min.
FSK 12

Im Norden Kenias wird die Leiche der engagierten Aktivistin Tessa Quayle gefunden. Alles deutet zunächst auf ein Verbrechen aus Leidenschaft hin, denn ihr Reisebegleiter, der charismatische Arzt Dr. Arnold Bluhm, ist ebenfalls spurlos verschwunden. Tessas Ehemann, der Diplomat Justin Quayle beginnt selbst Nachforschungen anzustellen. Je tiefer Justin bohrt, desto näher kommt er dem Skandal, der seiner Frau das Leben kostete und der immer mehr auch das seine gefährdet. Er, der leidenschaftliche Hobbygärtner erwacht aus seiner genügsamen Trott. Die Suche nach der Wahrheit öffnet ihm nicht nur die Augen für die Handlungsmotive seiner Frau, sondern auch für die Verbrechen an der afrikanischen Bevölkerung durch die ausländische Pharmaindustrie.



KONGO

lumumbaLumumba
Regie: Raoul Peck
2000
112 Min.
FSK 12

Der Spielfilm "Lumumba" ist ein packender politischer Thriller, der die Geschichte des legendären kongolesischen Politikers Patrice Emery Lumumba erzählt. Im Jahre 1960, nach der Unabhängigkeit des Kongo von Belgien, wird Patrice Lumumba, ein junger Nationalist, zum ersten Präsidenten im eben unabhängig gewordenen Staat gewählt. Sein Traum von Unabhängigkeit und einem vereinten Afrika beschert ihm schnell mächtige Feinde. Nur zwei Monate nach seinem Amtsantritt wird Patrice Lumumba mit tatkräftiger Unterstützung aus Europa und den USA verschleppt und schließlich ermordet. Sein Schicksal bewegte die Menschen der Zeit in Afrika aber auch in Europa und er avancierte er zu einer der wichtigsten Symbolgestalten schwarzafrikanischer Geschichte des 20. Jahrhunderts. 
Ausleihe: EZEF
Von der Bundeszentrale für politische Bildung gibt es ein Filmheft mit Infomaterialien zum Film.


heart_of_darknessHeart of Darkness
Regie: Nicolas Roeg
1993
100 Min.
FSK 16

Der Flussdampferkapitän Charlie Marlow reist im Auftrag einer belgischen Handelskompanie gegen Ende des 19. Jahrhunderts in den Kongo, um das Schicksal eines im tiefsten Dschungel gelegenen Außenpostens zu klären, zu dem seit geraumer Zeit kein Kontakt besteht. Die Suche nach dem ominösen Stationsleiter Kurtz entwickelt sich für Marlow und seine Männer zu einer alptraumhaften Odysee durch den unwegsamen Kongo, die zugleich auch eine Reise in sein eigenes unbewusstes Inneres ist. 


Kinshasa Symphony
Regie: Claus Wischmann; Martin Baer
95 Min.
Originalfassung mit  Untertiteln

KINSHASA SYMPHONY zeigt Menschen in einer der chaotischsten Städte der Welt, die eines der komplexesten Systeme menschlichen Zusammenlebens aufbauen: ein Symphonieorchester. Ein Film über den Kongo, über die Menschen und über die Musik.
Trailer zum Film
Weitere Informationen zum Film: http://www.kinshasa-symphony.com



Der blinde Passagier
Regie: José Laplaine
1996
15 Min.
FSK 12

Als blinder Passagier reist ein junger Afrikaner aus dem Kongo an Bord eines Containerschiffes nach Europa zu seinem Cousin. Doch kaum begibt er sich in Lissabon aus dem Container, schon ist ihm ein Polizist auf den Fersen. Sichtlich irritierend für den Flüchtenden ist die Tatsache, dass sein Verfolger ebenfalls ein Schwarzer ist. Nach einer Weile gibt der junge Afrikaner auf und lässt sich vom Polizisten verhaften, was seine Abschiebung bedeutet. 
Der Schwarweiß-Film ist mit Roll- und Zwischentiteln unterlegt, von denen der Zuschauer zum Schluss erfährt, dass der blinde Passagier nun zuhause sein Glück versuchen möchte. Der Film arbeitet mit einer Tonspur, die die vorhandenen Stilelemente der Slapstickkomödie gekonnt untermalt und trotzdem auf dem schmalen Grad zwischen dem der Thematik angemessenen Ernst und einer auflockernden Komik balanciert. 



MALI

bamakoBamako
Regie: Abderrahmane Sissako
2006
115 Min.
FSK 12

Inmitten des bunten Treibens Bamakos, der Hauptstadt Malis, installiert sich ein Gericht. Im Hinterhof eines Hauses, in dem auch die bildhübsche Sängerin Melé und ihr arbeitsloser Mann Chaka leben, haben Vertreter der afrikanischen Bevölkerung einen Prozess gegen den Internationalen Währungsfonds und die Weltbank angestrebt, weil sie diese zur Rechenschaft ziehen wollen für das, was auf dem afrikanischen Kontinent schief läuft. Und während Anklagende, Zeugen und Verteidiger aufeinander treffen und ihre Standpunkte vertreten, geht um sie herum das alltägliche Treiben des Hofes weiter. 



MOSAMBIK

terra sonambulaTerra Sonâmbula
Regie: Teresa Prata
2007
95 Min.

Der Film erzählt die Geschichte des kleinen Muidinga, der inmitten des mosambikanischen Bürgerkriegs versucht, seine Eltern zu finden. Auf der Reise durch das verwüstete Land, trifft er auf Tuahir, einen alten Mann, der ihn von da an begleitet. 
Teresa Prata schildert in ihrem ersten Langspielfilm eindrücklich das Leid und die Ziellosigkeit des Bürgerkriegs, der das gesamte Land traumatisiert zurück ließ. Terra Sonâmbula ist der erste mosambikanische Film, der nach dem Befreiungskrieg gedreht wurde. Alle Darsteller des Filmes sind Amateure, die den Krieg selbst erlebt haben.



NIGER

F.V.V.A., femme, villa, voiture, argent
Regie: Moustapha Alassane
1972
75 Min.

Ali vermittelt das Bild des jungen, modernen Afrikaners. Als er eines Tages nach einem Fußballspiel zum Haus seiner Eltern fährt, kommt es zu einer unerwarteten Begegnung: Seine Eltern haben ihm eine Hochzeit mit Haoua arrangiert. Plötzlich lebt der sonst so freie Ali mit einer fremden Frau unter einem Dach. Seine Freunde drängen ihn dazu, sich eine zweite Frau zu nehmen, um die Probleme zu lösen. 
Alassane gelingt es, sich auf mitreißende Weise mit der sozialen Situation und den überlieferten Sitten im Niger auseinander zu setzen. 



NIGERIA

area boysArea Boys
Regie: Omelihu Nwanguma
2007
27 Min.

Die beiden Freunde Bode und Obi beschließen aus einer Lebensweise, die von Korruption geprägt ist und in der Geld über allem steht, zu fliehen. Nach einem gescheiterten Betrugsversuch lösen sie sich von ihrem größenwahnsinnigen Bandenchef Dele und seiner dominanten Freundin und versuchen, sich alleine durchzuschlagen. Als Dele davon hört, bleibt für die beiden Freunde nur noch die Flucht aus Lagos. Auf der Jagd durch die quirlige Stadt wird Bodes und Obis Freundschaft auf den Prüfstand gestellt.
Nwangumas Kurzfilm Area Boys handelt vom Verlust der Unschuld, dem Aufkommen von Hoffnung und dem wahren Wert von Freundschaft.
weitere Informationen zum Film: http://www.inspirefilmmedia.com/areaboys/



RUANDA

hotel_ruandaHotel Ruanda
Regie: Terry George
2004
122 Min.
FSK 12

Im Jahr 1994 verübte der Stamm der Hutu in Ruanda den größten Völkermord seit dem Zweiten Weltkrieg. In nur 100 Tagen starben in Ruanda ca. eine Millionen Menschen durch Gewalttaten von Hutu-Milizen, Militär- und Polizeiangehörigen. Der Film Hotel Ruanda erzählt die auf einer wahren Begebenheit beruhende Geschichte des Hôtel des Mille Collines in Kigali, das aufgrund des Einsatzes des Hotelmanagers Paul Rusesabagina über 1200 Menschen als Zufluchtsstätte diente und sie so vor dem sicheren Tod bewahrte.


munyurangaboMunyurangabo
Regie: Lee Isaac Chung
2007
97 Min.

Der Film handelt von den beiden Freunden Sangwa, einem Hutu, und Ngabo, einem Tutsi. Sie arbeiten auf einem Markt in Kigali, der Hauptstadt Ruandas. Als Ngabo eine Machete stiehlt, um den Tod seiner Eltern während des Genozids zu rächen, fliehen die beiden aus der Stadt. Sangwa will ihn dabei unterstützen und auf der Reise seine Eltern besuchen, die er wegen des Bürgerkrieges drei Jahre nicht gesehen hat. Die Freundschaft der beiden steht auf dem Prüfstand, als die alten Spannungen zwischen Hutus und Tutsis erneut angerührt werden. 



SENEGAL

guelwaarGuelwaar
Regie: Ousmane Sembene
1992
105 Min.
FSK 12

Guelwaar, ein respektierter und angesehener Mann, fällt einem Attentat zum Opfer. Als er bestattet werden soll, fehlt sein Leichnam. Es stellt sich heraus, dass der Katholik Guelwaar infolge einer Verwechslung bereits nach muslimischem Ritus beerdigt wurde.
Die hintergründig und mit viel Humor erzählte Geschichte greift nicht nur politische, religiöse und kulturelle Konflikte des Senegal auf, sondern hinterfragt auch in radikaler Weise den Sinn von Entwicklungshilfe. Ausleihe: EZEF


tgv_expressTGV Express - Der schnellste Bus nach Conakry
Regie: Moussa Touré
1998
86 Min.
FSK 6

Rambo ist Unternehmer. Mit seinem „TGV“, einem alten und bunt bemalten Reisebus verkehrt er zwischen Dakar in Senegal und Conarky in Guinea. Zwar erreicht sein Bus nicht die Geschwindigkeiten des gleichnamigen Hochgeschwindigkeitszuges, aber er ist zumindest zuverlässig. Nicht einmal die Warnungen von Soldaten vor einem Aufstand auf seiner Route können Rambo davon abhalten seine Strecke zu fahren. Schließlich haben sich nicht alle Passagiere von den beunruhigenden Nachrichten einschüchtern lassen und sind im »TGV« sitzen geblieben, darunter ein Ex-Minister auf der Flucht, ein weißes Ethnologen-Paar und ein afrikanischer Wunderheiler. Aus den verschiedensten Gründen wollen oder müssen sie nach Conakry, also wird Rambo sie dorthin bringen.


ramataRamata
Regie: Léandre-Alain Baker
2009
90 Min.

Ramata ist eine außergewöhnlich schöne, 50-jährige Frau. Sie lebt seit über 30 Jahren mit ihrem reichen Mann zusammen. Als der Kleinkriminelle Ngor Ndang in ihr Leben tritt, fühlt sie sich von dem mysteriösen 25-Jährigen angezogen, lässt sich auf eine Beziehung ein und bricht damit aus ihrer von rigiden Regeln und selbstgerechter Doppelmoral geprägten Umgebung aus. Sie begreift, dass der Preis für ihren Luxus in zunehmender Desillusionierung, Entfremdung und Vereinsamung bestand.
Die Geschichte einer Frau, deren Schönheit sie ins Unglück stürzt, steht sinnbildlich für das heutige Afrika. Tief verwurzelt in der Kultur der Serer stellt der Film auch die Frage nach der Wirkung des Schicksals. 


Yoole ("Le Sacrifice")
Dokumentation
Regie: Moussa Sene Absa
2010
75 Min.


Im April 2006 wurden elf Leichen an Bord eines angespülten Bootes in Barbados gefunden. Das Boot war vier Monate zuvor in Senegal gestartet. Absa, der zu dieser Zeit in Barbados als Dozent tätig war, reiste daraufhin zurück in den Senegal, sein Heimatland, um mehr über die Träume und Ambitionen der Männer, die an Bord des Bootes gefunden worden waren, herauszufinden. Anhand eines (echten oder imaginierten) Tagebuchs eines der Insassen erlebt der Zuschauer die letzten dramatischen Tage der Schiffbrüchigen. Dieser Erzählstrang der Dokumentation wird immer wieder durch Interviews mit jungen Senegalesen gebrochen, die vom Betrug der senegalesischen Regierung an ihrer Generation erzählen. 



SÜDAFRIKA

district_nineDistrict 9
Regie: Neill Blomkamp
2009
112 Min.
FSK 16

Vor 20 Jahren tauchte über der südafrikanischen Metropole Johannesburg ein großes Raumschiff auf. Doch die Aliens kamen weder in kriegerischer noch in friedlicher Absicht, sondern strandeten dort als Flüchtlinge ihres Heimatplaneten. Direkt unter dem Raumschiff wurde „District 9“, ein Auffanglager für die ursprünglich 1,8 Millionen Außerirdischen eingerichtet, in dem sie unter erbärmlichen Umständen leben mussten.
In der Gegenwart sind alle Nationen, nach Jahren ergebnisloser Verhandlungen wie es weitergeht, mit ihrer Geduld am Ende. Die Kontrolle über die nicht-menschliche Spezies wird einem privaten Unternehmen übertragen, der Multi-National United (MNU). Der Konzern ist jedoch weniger am Wohl der ungeliebten Besucher interessiert, sondern verfolgt einzig das Ziel, mit den mächtigen Waffen der Aliens Profit zu machen. Doch um diese zu aktivieren, wird deren DNA benötigt. Die wachsenden Spannungen zwischen den Außerirdischen und den Menschen erreichen ihren Höhepunkt, als die MNU damit beginnt, alle nicht-menschlichen Wesen vom DISTRICT 9 in ein neues Camp zu verlegen. Bei dieser Evakuierung infiziert sich der MNU-Agent Wikus van der Merwe mit einem mysteriösen Virus, das seine DNA verändert. Plötzlich wird Wikus zum meistgesuchten und gleichzeitig verletzlichsten Mann der Erde – denn er ist der Schlüssel, um das Geheimnis der Alien-Technologie zu lüften. Geächtet und ohne Freunde, gibt es für ihn nur einen Ort, um sich zu verstecken: DISTRICT 9.


drum_wahrheitDrum - Wahrheit um jeden Preis
Regie: Zola Maseko
2004
95 Min.
FSK 12

1951-Johannesburg, Südafrika: Der schwarze Journalist Henry Nxumalo arbeitet beim Lifestyle-Magazin "Drum" als Sportreporter und verbringt seine Nächte mit Alkohol und Jazz-Musik in den illegalen Clubs im vibrierenden Stadtteil Sophiatown. Doch die Ungerechtigkeit des Apartheidregimes treiben ihn immer häufiger dazu, auch politische Themen aufzugreifen. Als er beginnt, in seinen Artikeln die herrschende Politik der Rassentrennung anzuprangern, wird das Blatt zu einem Sprachrohr der Anti-Apartheid-Bewegung, das auch international Beachtung findet. Zusammen mit dem deutschen Fotografen Jürgen Schadeberg recherchiert er unter schwierigsten Bedingungen und dem Einsatz seines Lebens in Gefängnissen und auf den Burenfarmen Südafrikas, wo schwarze Menschen wie Leibeigene gehalten und zur Arbeit gezwungen werden. Als die beiden eine politische Verschwörung aufdecken, geraten sie in höchste Lebensgefahr...


tsotsiTsotsi
Regie: Gavin Hood
2006
90 Min.
FSK 16

Der 19jährige Tsotsi ist der coole Anführer einer kleinen Gangsterbande und für seine Brutalität gefürchtet. Eines Abends wird er auf drastische Weise mit den Folgen seiner Gewalttätigkeit konfrontiert: In einem noblen Vorort schießt er auf eine Frau, stiehlt deren Auto und flüchtet mit Höchstgeschwindigkeit, als er plötzlich auf dem Rücksitz ein Baby bemerkt…
Das großartige und authentisch inszenierte Drama des Regisseurs Gavin Hood wurde 2006 mit dem Oscar für den besten fremdsprachigen Film ausgezeichnet.


u_carmenU-Carmen
Regie: Mark Dornford-May
2004
120 Min.
FSK 6

Die temperamentvolle Carmen arbeitet in einer Zigarettenfabrik in Khayelitsha, einem Township in Südafrika und singt in ihrer Freizeit in einem Chor. Als Polizisten in der Siedlung patrouillieren, wirft sie dem Brigadier Jongikhaya eine Rose zu. Nach einer Schlägerei mit einer anderen Fabrikarbeiterin wird sie von eben diesem verhaftet und setzt ihren ganzen Charme ein, damit Jongikhaya sie frei lässt. Carmen flieht und trifft den nach langer Abwesenheit zurück gekehrten, berühmten Opernsänger Lulamile Nkomo. Für beide ist es Liebe auf den ersten Blick. Das verhängnisvolle Drama aus Eifersucht und Gewalt nimmt seinen Lauf.
Für seinen Film „U-Carmen“ hat Regisseur Mark Dornford-May den Schauplatz Sevilla des weltweiten Opernerfolgs „Carmen“ von Georg Bizet in das heutige Township Khayelitsa nahe Kapstadt verlegt. Mit einem hervorragenden Sänger- und Darstellerensemble vermittelt der Film eine eindringliche Brisanz und Aktualität der Oper, belohnt mit dem Goldenen Bär der Berlinale 2005.
Erhältlich bei: IKF-Medien (ww.ikf-medien.de)


zulu_love_letterZulu Love Letter
Regie: Ramadan Suleman
2004
100 Min.
FSK 12

Johannesburg in den späten 1990er-Jahren: Die schwarze Südafrikanerin Thandeka leidet immer noch unter ihren schrecklichen Erinnerungen an das Apartheidregime. Als engagierte Journalistin wurde sie damals schwanger inhaftiert und gefoltert. Ihre Tochter Mangi kam gehörlos auf die Welt.
Das mittlerweile 13-jährige Mädchen leidet unter der Weigerung ihrer verzweifelten Mutter, über das Vergangene zu reden. Um zu helfen beginnt Mangi im Geheimen einen Zulu-Love-Letter herzustellen, ein selbstgefertigtes Perlenamulett mit heilenden Kräften. Ganz allmählich gelingt es Thandeka, die traumatischen Geschehnisse zu verarbeiten.
Auf einfühlsame Weise vermag der Regisseur Ramadan Suleman in seinem Familiendrama die gesellschaftlichen und privaten Folgen der Rassentrennung in Südafrika zu schildern.
Von der Bundeszentrale für politische Bildung gibt es ein Filmheft mit Infomaterialien zum Film.


nothing but the truthNothing but the Truth
Regie: John Kani
2008
118 Min.

Der Film spielt im heutigen Südafrika und handelt von Sipho, der sein Leben lang im Schatten seines kürzlich im Exil verstorbenen Bruders, des berühmten Freiheitskämpfers Themba, stand. Obwohl Sipho jahrzehntelang in einer Bibliothek gearbeitet hat und immer loyal zum ANC stand, wird er nach dem Ende der Apartheid nicht befördert, sein Bruder jedoch wird als Held gefeiert. Während Sipho auf die Überreste des Bruders wartet und die Beerdigung plant, kommen traumatische Geheimnisse aus der Vergangenheit wieder ans Licht. 
„Nothing but the Truth“ untersucht den dynamischen Komplex von Widerstandskämpfern des ANC, die während der Apartheid in Südafrika blieben und ihr Leben riskierten, und jenen, die aus dem Exil heraus agierten.



TSCHAD

Daratt - Dry Season (OmU)
Regie: Mahamat-Saleh Haroun
2008
93 Min.
FSK 12

Der vom Bürgerkrieg zerrissene Tschad: Der 16-jährige Atim erhält von seinem Großvater einen Revolver, damit er den Mann töten kann, der seinen Vater getötet hat. So verlässt Atim sein Dorf und geht in die Hauptstadt N'Djamena auf der Suche nach einem Mann, den er nicht kennt. Er findet den Mörder namens Nassara, der sich mittlerweile niedergelassen hat und eine Bäckerei betreibt. Atim lässt sich als Lehrling einstellen und beginnt, das Handwerk zu lernen. Langsam kommen die beiden sich näher. Nassara ahnt nichts von Atims wirklichen Plänen und möchte ihn sogar als Sohn adoptieren. Dieser ist zunehmend unsicher, ob er Rache nehmen soll und erkennt in dem Bäcker die Vaterfigur, die er immer vermisst hat. Die Beziehung, die Atim zum Mörder seines Vaters entwickelt, ist zu komplex, als dass eine Pistole Klarheit schaffen könnte. Und doch läuft alles auf eine gewaltsame Konfrontation hinaus…
http://www.trigon-film.org/de/movies/Daratt


Un Homme Qui Crie - Ein Mann der schreit
Regie: Mahamat-Saleh Haroun
2011
92 Min.
FSK 6

Vor dem Hintergrund des Bürgerkriegs im Tschad erzählt Regisseur Mahamat-Saleh Haroun in beeindruckenden Bilder und diesem „leisen“ Film das Schicksal des in die Jahre gekommenen Adams. Der ehemalige Schwimm-Champion arbeitet als Bademeister in einem Luxus-Hotel der Hauptstadt N’Djamena. Als chinesische Investoren das Hotel übernehmen, wird er durch seinen Sohn ersetzt und soll künftig als Parkplatzwächter der Herberge arbeiten. Adam fühlt sich degradiert und gedemütigt. Zeitgleich steht das Land am Rande eines Bürgerkriegs, bewaffnete Rebellen fordern die Regierung heraus. Sein Sohn wird von der Armee zwangsrekrutiert, die Familie ist zerrissen. "Un homme qui crie" lief 2011 als erster Film aus dem Tschad im offiziellen Wettbewerb des Filmfestivals von Cannes und wurde mit dem Preis der Jury ausgezeichnet.

Online bestellen u.a. unter https://sites.google.com/site/cineglobalneu/un-homme-qui-crie

Pädagogisches Begleitmaterial für Schulen https://sites.google.com/site/cineglobalneu/presse



UGANDA

der_letzte_könig_von_schottlandDer letzte König von Schottland- In den Fängen der Macht
Regie: Kevin Macdonald
2006
123 Min.
FSK 16

Aus Abenteuerlust und auf der Flucht vor seinem konservativen Elternhaus verschlägt es den jungen schottischen Arzt Nicholas Garrigan Anfang der 1970-er Jahre eher zufällig nach Uganda. Dort versorgt er zunächst gemeinsam mit einer Kollegin als Missionsarzt die Landbevölkerung. Während eines Verkehrsunfalls macht er die Bekanntschaft mit dem Staatspräsidenten Idi Admin. Eingewickelt von dessen Charme lässt er sich als sein Leibarzt und Vertrauter anstellen und genießt zunächst die Anerkennung und Privilegien, bis er nicht länger die Augen vor Amins brutalem Regime verschließen kann. Eine Affäre mit Amins Frau Kay bringt ihn in Lebensgefahr und zwingt ihn, Stellung zu beziehen.



GENDER

faat_kineFaat Kiné
Regie: Ousmane Sembène
Senegal
2001
120 Min.
FSK 6

Die selbstbewusste Faat-Kiné ist alleinerziehende Mutter von zwei Kindern und führt als erfolgreiche Geschäftsführerin einer Tankstelle in Dakar ein unabhängiges Leben. Am Tag des Abiturs ihrer Kinder blickt sie zurück auf ihre traumatische Vergangenheit und die harte Geschichte ihres Aufstiegs, nicht nur aufgrund der schlechten Erfahrungen mit den Vätern ihrer Kinder. Faat Kiné ist eine ebenso mutige wie humorvolle Geschichte über Frauenemanzipation im Senegal. Der Film übt herbe Kritik an einer patriarchalischen Gesellschaft, in der es häufig noch selbstverständlich scheint, dass Männer das Sagen in der Familie und mehrere Ehefrauen gleichzeitig haben. Der Film zeigt verschiedene Frauentypen auf: Die Mutter von Faat-Kiné, eine traditionelle Frau, verkörpert das Bild einer vergangenen Welt, während die Tochter Aby für das Afrika der Zukunft steht. Zwischen der Großmutter und der Enkelin schafft es Faat-Kiné, sich in der Gegenwart zu behaupten.


moolaadeMoolaadé
Regie: Ousmane Sembène
2004
120 Min.
FSK 12

Ein Dörfchen irgendwo in der westafrikanischen Savanne. Gemächlich gehen die Ehefrauen des Hauses Bathily ihrer Hausarbeit nach. Plötzlich wird der Alltag von vier verängstigten Mädchen unterbrochen, die sich vor Collé, der Lieblingsfrau des Hausherrn niederwerfen. Sie sind vor der bevorstehenden Beschneidung geflohen. Als Collé ihnen couragiert Zuflucht gewährt, bahnt sich ein dramatischer Konflikt innerhalb der Dorfgemeinschaft an. Die anderen Bewohner des Dorfes und die Verwandten setzen üben Druck aus, doch Collé beruft sie sich auf den altehrwürdigen Brauch des »Mooladé«, das einen unantastbaren Schutzraum, Zufluchtsstätte bietet.

Alleine in Afrika werden mehr als 150 Millionen Mädchen dem grausamen Ritual der Verstümmelung ihrer Genitalien unterworfen. Kritisch und zugleich märchenhaft erzählt Ousmane Sembènes Spielfilm "Moolaadé – Bann der Hoffnung" von dem mutigen Aufbegehren gegen eine menschenverachtende Tradition.
Von der Bundeszentrale für politische Bildung gibt es ein Filmheft mit Infomaterialien zum Film.



 

The Dorp - Trailer